Wenn Mama oder Papa an Krebs erkrankt sind

Deine Mutter oder dein Vater leidet an einer schweren Erkrankung, die Krebs heißt. Auf den Informationsseiten findest du Wissenswertes zu der Erkrankung und Antworten auf manche deiner Fragen.

Eine Krebserkrankung in der Familie bedeutet, dass es eine Menge Veränderung in deinem Leben geben wird. Es ist ganz normal, wenn du Angst hast, wütend oder traurig bist. So geht es auch deinen Eltern und deinen Geschwistern. Aber jeder geht mit seinen Gefühlen anders um. Manche ziehen sich in ihrem Zimmer zurück, andere wollen am liebsten nichts wissen und gehen lieber zu Freunden. Denn jeder versucht erst einmal auf seine eigenen Weise mit der schlechten Neuigkeit umzugehen. Aber gerade jetzt ist es wichtig, ehrlich und offen miteinander zu sprechen, damit sich niemand alleine fühlt. Vielen Kindern und Jugendlichen hilft es, zu malen oder zu zeichnen, wie sie sich fühlen. Vielleicht ist das ja auch etwas für sich?

Deine Eltern könne in nächster Zeit manchmal aufbrausend oder sehr gereizt sein, manchmal auch ungerecht. Das ist natürlich nicht schön. Aber versuche zu erkennen, dass deine Eltern auch mit ihrer Traurigkeit manchmal nicht wissen, wohin sie damit sollen. Dann passiert es sehr leicht, dass man ungerecht zu den Menschen wird, die man am liebsten hat. Du wirst auch häufig traurig oder wütend sein, versuche das nicht zu verstecken. Du brauchst nicht tapfer zu sein, manchmal hilft es mehr, zu zeigen, wie man sich fühlt.

Viele Kinder möchten ihrer erkrankten Mutter oder ihrem erkrankten Vater helfen. Das ist eine tolle Idee. Am einfachsten ist es, wenn du einfach fragst, was gerade hilft. Das kann das Tischdecken sein oder auch den Müll runterbringen. Oftmals hilft aber schon eine Umarmung oder ein „Ich habe dich lieb“. Vielleicht magst du deine Eltern ja auch mit einem Frühstück oder einem selbstgemalten Bild überraschen? Es ist ganz toll, wenn du deinen Eltern viel hilfst, aber du darfst und sollst auch weiterhin Kind sein. Triff dich auch mit deinen Freunden, geh zu deinem Hobby, mach auch, was dir gefällt.

Dein Vater oder deine Mutter müssen nun öfter ins Krankenhaus. Sie freuen sich bestimmt, über etwas von dir, was sie an dich erinnert und sie fühlen lässt, dass sie nicht alleine sind. Das kann ein Kuscheltier sein oder auch ein Bild, was du gemalt hast.

Oft hat man viele Fragen zu der Erkrankung. Frage deine Eltern alles, was du wissen möchtest. Die Phantasie ist meistens um einiges schlimmer als die Wirklichkeit. Frage, ob du mit ins Krankenhaus darfst. Viele Ärzte nehmen sich gerade für die Kinder von Erkrankten viel Zeit und zeigen dir die Station und einige Untersuchungen. Manchmal gibt es aber trotz allem Verständnis für die Situation des Anderen Dinge, die man nicht mit seinen Eltern besprechen möchte. Dann überlege, wer als Ansprechpartner in Frage kommt. Das könne sein: Geschwister, die Großeltern, ein guter Freund, dein Lehrer, aber auch eine Beratungsstelle oder ein Psychoonkologe kann ein guter Gesprächspartner für dich sein.

Vielleicht findest du auch im Forum jemanden, der dir helfen kann.