Wilmstumor

Max Wilms

Der Wilmstumor, der auch Nephroblastom genannt wird, ist der häufigste Nierentumor bei Kindern. Entdeckt wurde er von Max Wilms schon im Jahr 1899. Der Wilmstumor ist ein Nierenkrebs, der von embryonalen Geweberesten ausgeht. Dieses Gewebe verschwindet normalerweise während der Schwangerschaft, also noch vor der Geburt.

Am häufigsten sind Kinder zwischen zwei und drei Jahren betroffen. Bis man merkt, dass man diesen Tumor in sich trägt, kann einige Zeit vergehen. Das ist das heimtückische an dieser Erkrankung. Meist fällt als erstes Symptom eine deutliche Zunahme des Bauchumfangs auf. Auf einmal passen die Hosen und Röcke nicht mehr, obwohl man gar nicht mehr gegessen hat als sonst. Auch Fieber, Appetitlosigkeit oder eine Gewichtsabnahme können erste Hinweise auf diese Erkrankung sein. In selteneren Fällen kann auch blutiger Urin auftreten.

Hat ein Arzt den Verdacht, dass ein Wilmstumor vorliegen könnte, werden einige Untersuchungen gemacht. Ultraschall, Röntgen, Szintigraphie, MRT und einige weitere Untersuchungen sollen das genaue Ausmaß der Erkrankung bestimmen. So ist es zum Beispiel sehr wichtig zu wissen, ob der Tumor nur auf die Niere beschränkt ist oder ob sich schon kleine Absiedlungen, die so genannten Metastasen gebildet haben. Metastasen bilden sich vor allem in den umliegenden Lymphknoten und in der Lunge. Durch diese vielen Untersuchungen kann man eine Unterteiling der Wilmserkrankung je nach Größe des Tumors, nach Ausmaß der betroffenen Lymphknoten und nach Vorliegen von Metastasen in fünf Stadien vornehemen. dann die bestmögliche Therapie zusammenstellen.

So sieht ein Wilmstumor stark vergrößert aus

Die Therapie eines Wilmstumors besteht aus bis zu drei Säulen. Die Operation ist eine davon, die unter Umständen bedeuten kann, dass eine Niere komplett entfernt wird. Auch Chemotherapie und Bestrahlung sind zwei wichtige Bestandteile im Therapieplan.

Heute weiß man noch nicht genau, warum manche Kinder an einem Wilmstumor erkranken und viele andere aber nicht. Man hat zwar auf einem Chromosomen, ein Teil des menschlichen Erbguts, ein Wilms-Gen gefunden, aber leider lässt sich damit noch nicht alles erklären. Daher arbeiten viele Forscher daran, auch diese Geheimnisse zu entschlüsseln.