Lymphome

Thomas Hodgkin

Morbus Hodgkin (Lymphogranulomatose) ist eine Krebserkrankung, die den malignen, also bösartigen Lymphomen zugeordnet wird. Zum ersten Mal entdeckt wurde diese Erkrankung von Thomas Hodgkin, einem englischem Pathologen. Er nannte diese Lymphome: "Pseudoleukämie"

Diese Erkrankung geht aller Wahrscheinlichkeit nach von den Lymphknoten aus. Die Krebszellen können sich aber über die Lymphbahn zu allen anderen Organen des Körpers tragen lassen und dort Absiedlungen (Metastasen) bilden.

Zu Beginn einer Morbus Hodgkin Erkrankung fühlt man meist nur einen geschwollenen, schmerzlosen Lymphknoten. Manchmal kommen auch noch andere Symptome vor, wie z.B. nächtliches Schwitzen, Müdigkeit oder Fieber.

Lymphknoten mit typischen Zellen des Morbus Hodgkin

Besteht der Verdacht auf einen Morbus Hodgkin wird als erstes der vergrößerte Lymphknoten bei einer Biopsie entfernt. Der entnommenen Lymphknoten wird von einem Pathologen und einem Histologen unter dem Mikroskop untersucht. Typisch für diese Erkrankung ist das Vorhandensein von zwei speziellen Zellarten: Hodgkin-Zellen und Sternberg-Reed-Zellen. Das sind bestimmte Tumorzellen, die nur bei einer Morbus-Hodgkin-Erkrankung vorkommen.

Die Biopsie ist aus mehreren Gründen sehr wichtig. Zu allererst muss der Histologe die Diagnose "Morbus Hodgkin" zweifelsfrei stellen. Außerdem wird der Tumor dem entsprechenden Stadium zugeordnet.

Dies macht jedoch auch weitere Untersuchungen, z.B. MRT oder eine Knochenmarkpunktion, nötig.Diese genaue Festlegung ist wichtig um die bestmögliche Therapie für den jeweiligen Patienten zu finden.

Man unterscheidet beim Morbus Hodgkin, je nach Zellzahl und Ausprägung des Bindegewebes 4 Untertypen:

- I Lymphozytenreicher Typ (selten)

- II Nodulär-sklerosierender Typ (sehr häufig)

- III Gemischtzelliger Typ (häufig)

- IV Lymphozytenarmer Typ (sehr selten)

In der Klinik wird ein Morbus Hodgkin nicht nur in die Formen I-IV unterteilt. Hinter diesen römischen Ziffern steht entweder noch ein A oder ein B. B bedeutet, dass Symptome wie Nachtschweiß, Fieber über 38 °C und Gewichtsverlust aufgetreten sind. A meint, dass diese Symptome fehlen.

Morbus Hodgkin ist eine systemische Erkrankung. Systemisch bedeutet, dass die Erkrankung den ganzen Körper betrifft und nicht nur an einem kleinen Ort vorkommt. Eine Operation ist deshalb nur dann sinnvoll, wenn Lymphome schon so groß geworden sind, dass sie den Patienten stark beeinträchtigen. Die Therapie eines Morbus Hodgkin besteht aus einer Strahlentherapie und / oder einer Chemotherapie. In einigen Fällen kann auch eine Knochenmark- oder Stammzelltransplantation Mittel der Wahl sein.

Non-Hodgkin-Lymphome

Non-Hodgkin-Lymphom

Es gibt nicht nur ein Non-Hodgkin-Lyphom, sondern der Name fasst eine Gruppe von Tumoren zusammen. Beispiele sind das Plasmozytom, die Haarzell-Leukämie oder das Burkitt-Lymphom. Die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) zählen zu den malignen, also bösartigen Lymphomen. Wie der Name schon sagt, geht diese Erkrankung vom lymphatischen Gewebe aus.

Alle Non-Hodgkin-Lymphome haben denselben Ursprung. Sie stammen alle von Lymphozyten ab. Lymphozyten gehören zu der Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Man unterscheidet zwischen B-Lymphozyten und T-Lymphozyten. Die meisten Lymphozyten befinden sich im Blut, aber auch in Lymphknoten und in der Lymphbahn sind sie zu finden.

Die Non-Hodgkin-Lymphome können sowohl aus den Lymphknoten als auch von jedem anderen lymphatischen Gewebe des Körpers ausgehen. Deshalb teilt man die Non-Hodgkin-Lymphome auch in die vom Lymphknoten ausgehende (nodale) und nicht vom Lymphknoten ausgehende (extranodale) Form ein.

Die meisten Non-Hodgkin-Lymphome machen durch eine Lymphknotenschwellung auf sich aufmerksam. Aber auch Nachtschweiß, Fieber oder Gewichtsverlust können auf ein Non-Hodgkin-Lyphom deuten.

Um die Tumorart genauer bestimmen zu können, wird der geschwollene Lymphknoten durch eine Biopsie entfernt und von einem Spezialisten, dem Histologen unter dem Mikroskop untersucht. Der kann feststellen, ob der Tumor ein Non-Hodgkin-Lyphom ist und ob er von den B- oder T-Zellen ausgeht. Weiterhin wird noch in niedrigmaligne (wenig bösartig) und hochmaligne (sehr bösartig) unterteilt.

Zur Feststellung, ob und in wie weit sich der Krebs schon im Körper verteilt hat, müssen noch viele weitere Untersuchungen, z.B. MRT oder eine Knochenmarkpunktion, durchgeführt werden. Dies ist sehr wichtig, um feststellen zu können, welche Therapie den wohl größten Erfolg bringt.

Die Therapie des NHL besteht aus Chemotherapie und / oder Strahlentherapie. Auch eine Operation kann Teil der Therapie sein. Eine Bestrahlung kann nur lokal, das heißt nur an bestimmten Orten eingesetzt werden und wirken. Da das Lymphsystem sich aber über den ganzen Körper erstreckt, muss die Bestrahlung häufig mit einer Chemotherapie kombiniert werden. Welche Therapie letztendlich ausgewählt wird, hängt davon ab, welcher Tumortyp vorliegt, welche Ausbreitung er schon hat und welche Begleiterscheinungen die Krankheit schon ausgelöst hat.

Eine häufige Gemeinheit der Non-Hodgkin-Lymphome ist ihre Ausbreitung bis ins Gehirn. Viele Chemotherapeutika sind nicht in der Lage die Blut-Hirn-Schranke, die eigentlich das Gehirn vor giftigen Stoffen schützen soll, zu passieren. Deshalb ist es in einigen Fällen nötig, Chemotherapeutika direkt in den Liquorraum zu spritzen. Dies wird auch intrathekale Therapie genannt.