Gehirntumore

Astrocytome

Astrocytome gehören zu den Gehirntumoren. Gehirntumore bestehen aus Zellen, die eigentlich das Gehirn bilden. Aber sie wachsen unkontrolliert und verlieren mehr und mehr ihre Funktion.

Für jede Aufgabe, die das Gehirn bewältigen muss, gibt es einen Ort im Gehirn. Der hat sich auf diese Tätigkeit spezialisiert. Auf diesem Bild kannst du erkennen, welche Region im Gehirn welche Tätigkeit steuert. Je nachdem, wo der Hirntumor entstanden ist, ruft er unterschiedliche Symptome hervor. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, epileptische Anfälle und Erbrechen. Diese Symptome entstehen dadurch, dass der Tumor, der häufig auch Raumforderung genannt wird, auf verschiedene Nerven drückt und diese beeinträchtigt.

Es gibt auch bei Gehirntumoren die Einteilung zwischen gutartigen (benignen) und bösartigen (malignen) Tumoren. Dabei gibt es jedoch eine Besonderheit. Der Platz des Gehirns ist durch den knöchernen Schädel begrenzt. Ein Wachstum des Tumors, egal ob er gut- oder bösartig ist, verdrängt das umliegende Hirngewebe und führt zu entsprechenden Symptomen.

Astrozytome sind primäre Hirntumore. Das bedeutet, dass diese Tumore ihren Ursprung im Gehirn haben. Dagegen abzugrenzen sind Hirnmetastasen. Sie sind auch Krebsgeschwülste. Ihr Ursprung ist aber nicht im Gehirn, sondern sie stammen von Tumoren ab, die im restlichen Körper sind. Diese Metastasen nennt man auch Tochtergeschwülste.

Nerve cell with glia

Astrozytome entwickeln sich aus Gehirnzellen, die Astrozyten heißen. Astrozyten gehören zu den Gliazellen. Diese schützen, isolieren und ernähren die Nervenzellen.

Entdeckt werden Astrozytome häufig durch eine Magnetresonanztomographie-Untersuchung (MRT). Dabei werden mit elektromagnetischen Wellen viele Schnittbilder von deinem Gehirn gemacht. Auch eine Computertomographie (CT) ist meist nötig. Häufig ist eine kleine Operation notwendig, um feststellen zu können, welche Art von Hirntumor vorliegt. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Tumor entnommen und unter einem Mikroskop untersucht. Ist die Diagnose "Astrozytom" gesichert, werden die Zellen begutachtet, in wie weit sie den ursprünglichen Astrozyten noch ähneln. Diese Feststellung, die man auch "Grading" nennt, braucht man, um die beste Therapie für den Patienten zu finden. Je unähnlicher Tumorzellen den ursprünglichen Zellen sind, desto schneller und bösartiger wachsen sie in der Regel. Der Arzt unterscheidet beim Astrozytom zwischen niedrig malignen, also weniger bösartigen und hoch malignen, also sehr bösartigen Astrozytomen.

Hier siehst du ein CT-Bild eines Astrozytoms

Die Behandlung eines Astrozytoms besteht hauptsächlich aus der Operation. Hierbei wird der Tumor ganz oder so weit wie möglich entfernt. Ob es möglich ist, den kompletten Tumor zu entfernen, hängt hauptsächlich davon ab, wo der Tumor liegt. Anschließend wird häufig eine Bestrahlung durchgeführt. Bei der Bestrahlung werden Röntgenstrahlen eingesetzt. Diese Strahlen töten Krebszellen ab und verkleinern das Tumorgewebe. In einigen Fällen wird auch eine "adjuvante", also unterstützende Chemotherapie angeordnet. Hierbei wird mit Hilfe von Medikamenten versucht, Krebszellen abzutöten.

Medulloblastom

So sieht das Tumorgewebe unter einem Mikroskop aus

Das Medulloblastom ist ein Tumor des Kleinhirns. Häufig entspringt der Tumor aus dem Kleinhirnwurm, nur in ganz seltenen Fällen tritt er in den Kleinhirnhälften auf.

Bei den meisten betroffenen Kindern und Jugendlichen macht sich dieser Tumor mit einer Fallneigung, Kopfschmerzen und morgendlichem Erbrechen bemerkbar.

Macht man dann ein CT oder ein MRT kann der Arzt das Medulloblastom als meist runde Raumforderung im Gehirn erkennen. Über das Gehirnwasser kann dieser Tumor Tumorzellen im Gehirn ausbreiten. Daher muss auch immer das Gehirnwasser mit Hilfe einer Lumbalpunktion untersucht werden.

Möglich sind auch Metastasen, also Tochtergeschwülste in Knochen, Knochenmark, Lunge oder Lymphknoten.

Die häufig erste Maßnahme der Therapie ist die Operation. Der dieser OP wird versucht den kompletten Tumor zu entfernen. Das ist bei einer Operation am Gehirn nicht einfach und so kann es vorkommen, dass nicht der komplette Tumor entfernt werden kann. Doch auch wenn mit Hilfe eines Operationsmikroskops kein Tumor mehr im Gehirn zu finden ist, darf eine weiterführende Bestrahlung und / oder Chemotherapie nicht fehlen. Bei der Bestrahlungstherapie wird häufiger der gesamte Raum, der Nervenwasser führt, das Gehirn und das Rückenmark bestrahlt. So soll jede noch so kleine Metastase aufgespürt und abgetötet werden.

Das Medulloblastom reagiert auch gut auf eine Chemotherapie, so dass viele Kinder auch diese Therapie noch bekommen.