Tod und Trauer

Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht. Sondern, dass es Sinn macht, egal, wie es ausgeht.

Sterben eigentlich nur alte Menschen? Leider nein und deshalb wollen wir das Thema Tod hier auch ansprechen. Eigentlich möchte man nur mit diesem Thema lieber nichts zu tun haben. Es wäre wunderbar, wenn alle Menschen immer gesund wären, aber das ist nicht so. Und gerade, wenn man an Krebs erkrankt ist, denkt man irgendwann – und wenn es auch nur heimlich ist - über den Tod nach. Zum Beispiel, wenn ein Kind von der onkologischen Station verstorben ist. Denn obwohl die Behandlung von Krebs bei Kindern und Jugendlichen bei den meisten zur Heilung führt, kommt es leider immer wieder vor, dass ein Kind an seiner Krebserkrankung verstirbt.

Viele Kinder und Jugendliche trauen sich nicht über ihre Ängste zu sprechen. Sie glauben, wenn man die Angst zu sterben einmal ausgesprochen hat, würde man auch sterben. Aber vom Reden über den Tod stirbt man nicht. Es ist sogar so, dass das Reden über diese Angst einem leichter ums Herz werden lässt. Man kann wieder neuen Mut fassen, weiter und mit voller Kraft gegen den Krebs zu kämpfen. Wenn man mit jemanden spricht, kann man anfangen, die Dinge, die während der Therapie auf einen zukommen, besser zu verarbeiten.

Doch mit wem soll man reden? Viele Kinder und Jugendliche haben Angst, ihren Eltern von ihren Sorgen oder ihrer Todesangst zu berichten. Viele junge Krebspatienten möchten ihre Eltern nicht traurig stimmen und sie vor ihren Ängsten verschonen. Aber du darfst deinen Eltern von deinen Sorgen und Ängsten erzählen. Sie interessieren sich sehr dafür, wie es dir in deinem tiefsten Inneren geht. Deine Eltern stehen diese Krebserkrankung mit dir gemeinsam durch und können mit dir deine Sorgen schultern. Du wirst feststellen, dass Dinge in deiner Fantasie, die durch langes Schweigen immer verängstigender und wilder wurden, oftmals schlimmer sind als die Realität.

Wenn du mit deinen Eltern nicht reden möchtest, gibt es bestimmt jemanden auf der Station, der ein offenes Ohr für dich hat und sich deine Sorgen anhört. Es ist ein großer Vertrauensbeweis an denjenigen, dem du dein Herz öffnest. In so einem Gespräch darfst du alle Fragen stellen, auch wenn sie dir nur sehr schwer über deine Lippen kommen. Du darfst alles denken und ansprechen, was dich bewegt und bedrückt. Ermutige deinen Gesprächspartner ruhig, dir auch auf schwierige Fragen eine ehrliche Antwort zu geben.

Niemand von uns – ob wir an Krebs erkrankt sind oder nicht – weiß, wann er stirbt. Aber die Tage, Wochen oder Jahre, die wir geschenkt bekommen, dürfen wir genießen. Das weiß man ganz besonders, wenn man an Krebs erkrankt ist oder war.

Wenn man krank ist, dann interessiert es einen auch, was nach dem Tod kommt. Gibt es einen Himmel? Vielen hilft es, wenn sie sich gegenseitig erzählen, wie sie sich den Himmel vorstellen.

Wie stellst du dir den Himmel vor?