Die Psychoonkologie

Um Kinder, Jugendliche, aber auch ihre Angehörigen bei der seelischen Bewältigung der Krebserkrankung zu helfen, gibt es in vielen Kliniken Psychoonkologen und Psychotherapeuten.

Um die Arbeit dieser Menschen näher zu beleuchten, haben wir ein Interview mit Frau Riegert geführt. Sie arbeitet als Psychoonkologin in einer Klinik in Marl.

Liebe Frau Riegert, vielen herzlichen Dank, dass sie sich die Zeit genommen haben, uns ein paar Fragen zu beantworten.

Sie arbeiten als Psychoonkologin an einem Krankenhaus. Bitte erklären sie kurz, was die Psychoonkologie ist.

Unter dem Bergriff Onkologie fast man alle Fachrichtungen zusammen, die sich mit der Behandlung von Krebs beschäftigen. Die Psychoonkologie beschäftigt sich mit den seelischen Auswirkungen, die die Patienten durch ihre Krebserkrankung und Behandlung haben, d.h. wenn Patienten große Angst haben oder ganz traurig sind. Hier hilft die Psychoonkologin die Patienten (Dich) aber auch die Angehörigen (Mama und Papa oder Geschwister) zu unterstützen.

Psychoonkologie hilft Dir, dass Du trotz Deiner Krebserkrankung stark bleibst und das ist wichtig um gesund zu werden!

Wie sieht ihre Arbeit konkret als Psychoonkologin aus?

Ich gehe jeden Tag zu den Patienten, die in unserem Krankenhaus liegen und Krebs haben. Einige sind operiert, andere bekommen eine Chemotherapie. In einem Gespräch merke ich dann, wie es den Patienten geht. Oft führen wir das Gespräch zusammen mit den Angehörigen. Weil bei uns keine Kinder liegen, sind es meistens der Ehemann oder die Ehefrau oder die erwachsenen Kinder die bei dem Gespräch dabei sind. Ich helfe den Patienten dann, den eigenen Weg im Umgang mit der Krankheit zu finden, das nennt man Krankheitsbewältigung.

Angst spielt immer eine große Rolle und deswegen zeige ich den Patienten, wie sie durch spezielle Methoden diese Angst loswerden können. Eine gute Methode ist die Angst wegzu- klopfen. Hierbei zeige ich den Patienten, wie sie durch beklopfen von bestimmten Stellen am Körper z.B. am Kopf und an den Fingern, sich von der Angst verabschieden können. Diese Methode heißt EFT. Für Zuhause lernen die Patienten das SOS Klopfen, so dass sie sich selber helfen könne, wenn die Angst wieder kommt.

Entspannungstechniken helfen den Patienten ruhiger zu werden und deshalb helfe ich ihnen mit dem Erzählen von Phantasie- oder Traumreisen und Musik in die Entspannung zu kommen. Viele Patienten möchten auch malen, kneten oder Musik hören, um besser mit der Krankheit zurecht zu kommen, das nennt man dann Musik - oder Kunsttherapie.

Gibt es eine solche Behandlung auch ambulant, also ohne, dass man im Krankenhaus liegt?

Ja, es gibt Psychoonkologen die eine eigene Praxis haben, genau so wie ein Arzt. Dort macht man mehrere Termine, meisten einmal in der Woche. Mama und Papa begleiten dich dann zu den Terminen, wenn Du das möchtest. Sie stehen im Telefonbuch unter Psychotherapeuten oder Psychoonkologen oder Du findest sie im Internet. Diese Therapie wird fast immer von der Krankenkasse bezahlt.

Gibt es diese Behandlung nur für mich als Kranken oder arbeiten sie auch mit Angehörigen, zum Beispiel den Eltern oder den Geschwistern?

Ich arbeite ganz viel mit den Angehörigen, weil sie dem Patienten die meiste Kraft geben können und Zuhause immer Ansprechpartner sind. Um sie zu stärken und ihnen zu zeigen, wie man mit bestimmten Situationen umzugehen hat, habe ich eine Sprechstunde, d.h. eine bestimmte Zeit in der Woche, wo sie mit mir sprechen können, auch mal ohne den Patienten.