Sport und Bewegung

Ein Bild, das fast jeder, der hört, dass er Krebs habe, vor seinen Augen hat ist, dass man über Monate nur im Bett liegt und sich überhaupt nicht bewegen kann und darf. Das stimmt so natürlich nicht. Das Wort „Krebs“ ist der Oberbegriff für sehr viele verschiedene Erkrankungen in ganz unterschiedlichen Stadien. Daher kann man keine Aussagen zur richtigen Bewegung machen, die für alle gleichermaßen zutreffen. Jemand, der gerade seine Chemotherapie bekommt, kann sich natürlich nicht so belasten, wie jemand, der mitten in der Dauertherapie steckt. Dennoch ist Bewegung und Sport fast immer möglich. Bevor man sich jedoch anstrengen möchte, muss immer eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Er kennt die Blutwerte und die körperliche Verfassung und kann daher beurteilen, wie stark sich jemand belasten darf. Wichtig ist, dass man nicht bis zur völligen Erschöpfung trainiert, sondern immer nur in Maßen.

Im Krankenhaus gibt es viele Möglichkeiten, sich zu bewegen oder sich spielerisch zu betätigen. Dafür zuständig sind die Physiotherapeuten. Auch wenn du dich in der ambulanten Therapie oder sogar schon in der Nachsorge befindest, kann dir dein Arzt eine „ambulante Reha“ verschreiben, in der man dir zeigt, wie du wieder aktiv werden kannst, ohne dich zu überanstrengen.

Die Möglichkeit, sich auch im Krankenhaus zu bewegen, bietet euch die Physiotherapie. Die beiden Physiotherapeuten Karin Hoffmann und Steve Grziwa sind in Münster für euch tätig. Es gibt hier sowohl Therapien, die in den Zimmern auf der Station stattfinden, aber auch die Möglichkeit, sobald ihr die Station verlassen könnt, sich in der Turnhalle und in den Räumen der Physiotherapie sportlich zu betätigen.

Die Physiotherapie kann sowohl allgemeine Bewegungsübungen umfassen, aber auch, Atemtherapie und Kräftigung der Muskulatur. In der Gangschule, die auch angeboten wird, lernt man nach einer Operation wieder das Laufen, zum Beispiel an Gehstützen oder in einem Gehwagen.

In den Räumen der Physiotherapie-Abteilung gibt es z.B. eine Tischtennisplatte, einen Tischkicker, Bälle, Rollbretter, Kegel und auch einen Kraftraum mit Ergometer, Laufband, Beinpresse und Zugapparat. Ebenfalls ist ein Schaukelraum vorhanden, der mit einer Schaukel, Matten und einem Bällebad ausgestattet ist. Diese Räumlichkeiten dürft ihr gemeinsam mit euren Eltern auch ohne die Physiotherapeuten benutzen und euch dort sportlich oder spielerisch betätigen.

Eine Besonderheit in Münster ist die Möglichkeit mit den Eltern das Bewegungsbad zu nutzen, wenn ein Arzt es euch erlaubt und ihr gerade nicht an einer Infusion angestöpselt seid.

Ganz wichtig ist, dass es bei der Physiotherapie nicht um Leistungen geht, sondern vor allem um die Freude an der Bewegung.

Viel Spaß dabei!

Sportprogramm für Kinder mit Hirntumoren

Viele Kinder und Jugendliche haben während oder nach der Therapie ihres Hirntumors unterschiedlich stark mit den Folgen ihrer Erkrankung zu kämpfen. Häufig bemerken sie eine Einschränkung ihrer Koordination oder ihres Gleichgewichtes. Auch Sehbehinderungen oder Lähmungserscheinungen können sowohl vom Tumor als auch von der Chemotherapie oder der Bestrahlung ausgelöst sein. Durch diese Einschränkungen trauen sich viele häufig nicht, sich weiter sportlich zu betätigen.

Aber die sportliche Aktivität ist für jeden sehr wichtig, auch oder gerade, wenn er krank ist oder war. Sport steigert das Wohlbefinden, man kann dabei seine positiven und auch negativen Gefühle verarbeiten und man lernt auch seine persönlichen Stärken und Grenzen kennen.

Daher wurde an der Uniklinik Münster ein Sportprogramm speziell für Kinder und Jugendliche mit Hirntumoren eingeführt. Im Vordergrund soll bei diesem Bewegungstraining die Wiederherstellung der Freude an der Bewegung und sportlicher Aktivität stehen. Es kommt hierbei nicht auf die Leistung an, die man erbringt, sondern auf den Spaß, den körperliche Bewegung besonders zusammen mit anderen machen kann.

Ziel dieses speziellen Sportprogramms ist aber nicht nur die Vermittlung von Spaß an der Bewegung, sondern auch, dass betroffene Kinder und Jugendliche wieder mehr Vertrauen in ihren eigenen Körper gewinnen. Außerdem möchte man sie dabei unterstützen, vorhandene Einschränkungen zu verbessern oder zu kompensieren.

Das Sportprogramm wird nicht nur angeboten, für Kinder und Jugendliche, die stationär aufgenommen wurden, auch Kinder und Jugendliche, die ambulant in der Klinik sind, dürfen natürlich Termin zur Bewegungstherapie vereinbaren. Bei jedem Bewegungstraining achtet der Therapeut immer auf eure individuellen Möglichkeiten und natürlich auch auf eure möglichen Einschränkungen.

Wir wünschen euch viel Vergnügen bei eurem nächsten Bewegungstraining!