Familie und Freunde

Eine Krebserkrankung betrifft nicht nur dich - das Leben deiner ganzen Familie ändert sich. Viele Termine für Untersuchungen und Behandlung stehen von nun an im Mittelpunkt eures Tagesablaufs.

Die meisten Eltern wollen so oft wie möglich bei ihrem Kind sein. Und die meisten Kinder wollen ihre Eltern auch so häufig wie möglich um sich haben.

Wenn dein Zuhause zu weit von der Klinik entfernt ist, können deine Eltern oft auch ein günstiges Zimmer in Kliniknähe mieten. So können sie dich jeden Tag besuchen. Mit deiner Krebserkrankung beginnt auch für deine Geschwister eine schwierige Zeit. Ebenso wie du sind sie wütend über die Erkrankung und haben Angst um dich. Denn oft fühlen sich Geschwister besonders eng verbunden, trotz aller Verschiedenheit und Streitigkeiten. Gleichzeitig müssen Geschwisterkinder hinnehmen, dass die Eltern weniger Zeit für sie haben, da sie häufiger im Krankenhaus sind. Oft müssen sie auch mehr Hausarbeiten, zum Beispiel Spülmaschine ausräumen usw. übernehmen. Häufig fühlen sich Geschwister in die zweite Reihe versetzt. In der Zeit deiner Krebserkrankung können deine Geschwister aber auch eine Unterstützung für dich sein, wenn du das möchtest. Erzähle ihnen, was im Krankenhaus oder während deiner Therapie zuhause passiert. Vielleicht erlaubst du ihnen (in Absprache) sogar, kleine Tätigkeiten wie einen Verbandswechsel zu erledigen. So fühlen sich deine Geschwister nicht mehr ausgeschlossen.

Das Familienhaus

Auch für Freunde und Bekannte ist eine Krebsdiagnose ein Schock. Viele wissen nicht, wie man mit kranken Menschen umgehen soll. Sie sind überfordert und ziehen sich aus falsch verstandener Rücksicht von dir und deiner Familie zurück. Oft haben Freunde und Bekannte einfach Angst, irgendetwas falsch zu machen Manche Kinder wissen auch nicht, dass Krebs NICHT ansteckend ist und haben deshalb Angst vor deinen Berührungen. Informiere deine Freunde, was du für eine Erkrankung hast und dass Krebs nicht ansteckend ist. Sag ihnen, dass du zwar manchmal Ruhe brauchst, dass sie dich aber nicht ausschließen sollen. Sind deine Freunde dann so gut aufgeklärt, sehen sie in dir, was du schon immer warst: Ein prima Freund.

Freunde trotz Krankheit

Ängste darf man haben

Jede Krebserkrankung beginnt mit einem Schock - der Diagnose. Manche trifft die Diagnose völlig unvorbereitet, andere haben es vielleicht schon geahnt. Doch wenn das Wort "Krebs" erst einmal ausgesprochen wurde, purzeln tausend Gedanken durcheinander. Viele Kinder und Jugendliche, aber auch eine Menge Erwachsene, verbinden mit dieser Krankheit immer den Tod. Aber gerade in der Kinderkrebsheilkunde gibt es sehr gute Therapien, um den Krebs dauerhaft zu besiegen. Trotz aller Einschränkungen und Veränderungen geht das Leben weiter - und zwar besser, als man anfangs glaubt.

Zu Beginn der Therapie ist es ganz normal, wenn man nicht gleich alles versteht. Die Viele neue Begriffe, viele neue Gesichter und die Angst machen es fast jedem unmöglich sofort zu begreifen, was auf ihn zukommt. Deine Eltern und du müssen aber schon zu Beginn viele Entscheidungen treffen, daher ist es wichtig, dass du gut über deine Erkrankung und ihre Therapie Bescheid weißt. Sind noch Fragen offen oder hast du etwas nicht richtig verstanden, frage den Arzt oder das Pflegepersonal. Sie werden dir gerne noch einmal alles genau erklären.

Während deiner Behandlung kommt es immer wieder zu Situationen, die dir Angst machen können. Scheue dich nicht über deine ängste zu reden. Falls du mit deinen Eltern nicht gut darüber sprechen kannst, gibt es immer genügend Gesprächspartner auf deiner Station, die sicher gerne zuhören. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Während deiner Behandlung kommt es immer wieder zu Situationen, die dir Angst machen können. Scheue dich nicht über deine Ängste zu reden. Falls du mit deinen Eltern nicht gut darüber sprechen kannst, gibt es immer genügend Gesprächspartner auf deiner Station, die sicher gerne zuhören. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Nachdem der erste Schock verdaut ist, stellen sich viele die Frage: Warum bin ich es, der krank wurde? Wer hat Schuld daran, dass ich nun Krebs habe? NIEMAND trägt die Schuld daran, wenn jemand an Krebs erkrankt. Krankheiten sind keine Strafe für euer Verhalten! Seit Jahrzehnten forschen viele Wissenschaftler daran, die Ursache für Krebs zu finden. Bisher leider ohne Erfolg.

Infektionsrisiko

So sieht ein Pilz unter dem Mikroskop aus (Copyright Prof. H. Cypionka - mikrobiologischer-garten.de)

Während deiner gesamten Behandlung bist du abwehrgeschwächt. Das bedeutet, dass dein Immunsystem, das dich sonst vor Bakterien, Viren und Pilzen schützt, nicht mehr richtig funktioniert. Du wirst leichter krank. Außerdem kannst du schwerer krank werden. Daher ist es ganz wichtig, dass du große Menschenmengen, zum Beispiel in Einkaufszentren, und Menschen mit Infektionen meidest. Das bedeutet aber nicht, dass du dich vollkommen isolieren sollst. Gesunde Freunde können dich natürlich gerne besuchen. Spaziergänge an der frischen Luft und viel vitaminreiches Essen können dazu beitragen, dass dein Immunsystem gestärkt wird.

Wenn du doch Kontakt mit Menschen hattest, die an Windpocken, Gürtelrose und anderen Infektionskrankheiten erkrankt waren oder kurze Zeit nach dem Besuch erkrankt sind, melde dich bitte sofort telefonisch in deiner Klinik. Es ist möglich, dass du prophylaktisch, also vorbeugend, Tabletten nehmen musst.

Wenn du doch Kontakt mit Menschen hattest, die an Windpocken, Gürtelrose und anderen Infektionskrankheiten erkrankt waren oder kurze Zeit nach dem Besuch erkrankt sind, melde dich bitte sofort telefonisch in deiner Klinik. Es ist möglich, dass du prophylaktisch, also vorbeugend, Tabletten nehmen musst.

Auch bei der Ernährung gibt es einige Dinge zu beachten. In manchen Lebensmitteln gibt es Bakterien und Viren; sie können dir gefährlich werden. Näheres dazu erfährst du unter dem Punkt Ernährung.

Ernährungstabelle

Kategorie Unbedenkliche Lebensmittel Bedenkliche Lebensmittel
Fleisch Leberwurst, geräucherte Mettwurst, gut durchgegartes Fleisch Rohes Fleisch, Mett, halbrohes Fleisch
Fisch Fischstäbchen Roher Fisch, Sushi
Nüsse Nusskuchen, Nussschokolade,Nuß-Brotaufstrich Müsli, frische Nüsse
Obst Gut geschältes Obst Kirschen, Trauben, Erdbeeren
Milch Milch aus dem Supermarkt Milch frisch vom Bauern
Eis Eis am Stiel Eis aus der Eisdiele
Eier Gekocht oder gebraten Rohe Eier
Pommes Selbstgemachte Pommes,Mc Donalds, Burger King Imbissstube
Blattsalate Bitte komplett darauf verzichten  
Joghurt Übliche Joghurts Keine probiotischen Joghurts

 

 

Haustiere

Tiere tun dem Menschen gut. Sie hören zu, wenn man Trost braucht. Sie trösten, wenn man traurig ist und sie freuen sich, wenn man sich selber freut. Aber es geht von ihnen auch eine Gefahr aus, die man während einer Krebstherapie auf keinen Fall unterschätzen darf. Tiere können Bakterien und Viren auf den Menschen übertragen. Normalerweise spürt man von solchen Angriffen nichts, denn das Immunsystem wehrt alle Krankheitserreger ab. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, können diese Keime schwerwiegende Erkrankungen auslösen.

Trotzdem muss man sein bereits vorhandenes Haustier nicht abgeben, wenn man Krebs hat. Lebt das Tier bereits mehrere Wochen oder gar Jahre in eurer Familie, kann man davon ausgehen, dass sich dein Immunsystem an die Keime, die vom Tier ausgehen, gewöhnt hat. Es ist aber wichtig, einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Jedes Mal, wenn du dein Haustier gestreichelt hast, musst du dir gründlich die Hände waschen. Außerdem solltest du allzu engen Kontakt, also Küssen oder enges Kuscheln vermeiden. Wichtig ist auch, dass dein Haustier nicht in deinem Bett und nicht in deinem Zimmer schläft. Auch damit wird die Möglichkeit kleiner, dass Bakterien und Viren dein Immunsystem erfolgreich angreifen können.