Medikamente

Diuretika (Wassertabletten)

Diuretika sind Medikamente, die bewirken, dass mehr Wasser in Form von Urin ausgeschieden wird. Häufig muss ein Krebspatient während einer Chemotherapie Diuretika nehmen. Die Giftstoffe, die dem Köper während einer Chemotherapie zugeführt werden, sollen nicht zu lange im Körper verweilen. Während einer Krebstherapie kann es auch zu ödemen (Wassereinlagerungen) kommen, die ebenfalls mit Diuretika behandelt werden.

Diuretika wirken direkt in der Niere. Die Niere hält die Körperflüssigkeit im Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht wird durch Diuretika gestört. Das führt zur vermehrter Urinausscheidung, du musst öfter zur Toilette gehen.

Antibiotika (antibakterielle Tabletten)

Antibiotika nennt man diejenigen Medikamente, die Bakterien im menschlichen Körper abtöten. Das bekannteste Antibiotikum ist Penicillin.

Bakterien sind kleine Zellen, die sowohl nützlich als auch schädlich für den Menschen sein können. Nützlich sind Bakterien, die es im menschlichen Darm gibt. Sie helfen dem Darm, das Essen zu verdauen. Schädliche Bakterien lösen Infektionen, zum Beispiel Erkältungen aus.

Meistens merken wir von den krankheitserregenden Bakterien nichts, denn der menschliche Körper verfügt über ein sehr geschicktes Abwehrsystem, das Immunsystem. Ist das Immunsystem gesund (intakt), wird ein Angriff der Bakterien oder der Viren abgewehrt. Dann machen Leukozyten die Angreifer unschädlich.

Es kann aber dazu kommen, dass das Immunsystem geschwächt ist. Das geschieht beispielsweise durch Stress, aber auch bei einer Chemotherapie.

Für Krebspatienten ist ein Antibiotikum ein sehr wichtiges Medikament. Das Immunsystem dieser Patienten ist durch die Therapie stark angegriffen und deshalb sehr geschwächt.

Bemerkt ein Krebspatient, dass er krank wird, wird das Immunsystem durch Antibiotika unterstützt. So wird eine starke Erkrankung verhindert.

Analgetika (Schmerzmedikamente)

Hinter diesem Namen verstecken sich Medikamente, die deine Schmerzen lindern oder sogar ganz beseitigen.

Schmerz ist eigentlich etwas Gutes. Hast du dich vielleicht verlesen? Nein, Schmerz kann wirklich sehr nützlich sein. Möchtest du ein Beispiel?

Also, wenn eine Herdplatte heiß ist und du legst trotzdem aus Versehen deine Hand darauf, ziehst du die Hand ganz schnell wieder weg, weil du Schmerzen gespürt hast. Hättest du nicht gemerkt, dass die Herdplatte dir Schmerzen bereitet, wäre deine Hand schwer verbrannt worden.

Wie du siehst, sind manche Schmerzen nützlich, manche aber auch nicht.

Um dir die nutzlosen Schmerzen zu ersparen, gibt es die sogenannten Analgetika. Diese Medikamente verhindern, dass dein Gehirn den Schmerz wahrnimmt.

Während deiner Therapie kann es vorkommen, dass du Schmerzen spürst. Dann sag das deinem Arzt oder dem Pflegepersonal. Sie werden dir das richtige Medikament geben.

Manche Kinder führen ein Schmerztagebuch. Hier siehst du ein Bild davon. Wenn du auch so ein Tagebuch führen willst, dann sag das dem Pflegepersonal, sie haben bestimmt noch eins für dich. Da hinein kannst du dann schreiben, wo, wie lange und wie stark die Schmerzen waren. Mit dieser Hilfe kann der Arzt leichter das richtige Medikament für dich finden.

Entstehung der Übelkeit

Antiemetika (Anti-Brechmittel)

Antiemetika nennt man die Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen lindern oder sogar ganz verhindern.

Antiemetika spielen in der Krebsbehandlung eine sehr große Rolle, da viele Chemotherapien Übelkeit als eine mögliche Nebenwirkung haben. Häufig wird deshalb schon vor der Chemotherapie dem Patienten ein Antiemetikum verabreicht, um von vornherein Übelkeit oder Brechreiz zu unterbinden.

Durch die Chemotherapeutika wird unter anderem ein Hormon freigesetzt, das Serotonin genannt wird. Dieses Hormon wird über die Blutbahn zum Gehirn transportiert und schaltet dort das Brechzentrum an.

Antiemetika neutralisieren das Serotonin (sie lösen es sozusagen auf) und verhindern so die übelkeit.