Strahlentherapie

In diesem Raum findet die Strahlentherapie statt.

Die Strahlentherapie oder auch Bestrahlung genannt ist die schmerzloseste Behandlung gegen eine Krebserkrankung. Es gibt mehrere Arten von Strahlen. Es gibt solche die man spürt, zum Beispiel Sonnenstrahlen und solche, die man nicht spürt, zum Beispiel UV-Strahlen. Bei einer Strahlentherapie benutzt man Strahlen, die man nicht spürt.

Wie kann die Bestrahlung bei einer Krebserkrankung helfen? Nun, der gesamte menschliche Körper besteht aus Zellen. Es gibt Muskelzellen, Gehirnzellen, Leberzellen usw.

Zellteilung

Um leben zu können, müssen sich die Zellen immer teilen. Aus einer Zelle werden also zwei und aus zwei werden vier und so weiter. Manche Zelltypen teilen sich ganz selten, zum Beispiel die Gehirnzellen, andere sehr häufig, zum Beispiel die Haarzellen oder auch die Zellen bei einem Tumor.

Die Strahlentherapie verhindert nun ganz oder teilweise, dass sich Zellen teilen können. Leider können die Strahlen nicht zwischen guten, gesunden und Krebszellen unterscheiden. Deswegen können auch Wirkungen auftreten, die nicht gewollt sind. Man nennt dies Nebenwirkungen.

Doch bevor man mit der Bestrahlung beginnen kann, müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Nach einem Aufklärungsgespräch, bei dem dir und deinen Eltern alles ganz genau erklärt wird, ist der nächste Termin die sogenannte Simulation.

Simulation bedeutet, dass man einen Probedurchgang macht. Mit Hilfe eines Simulators, der auch Durchleuchtungsgerät heißt, kann genau festgelegt werden, wo du später bestrahlt werden sollst. Das ist leider sehr aufwendig und dauert deshalb auch oft sehr lange. Während dieser Zeit musst du still liegen bleiben, um die empfindlichen Abmessungen nicht zu stören.

Strahlenfeld

Wenn die richtige Stelle für die Bestrahlung gefunden ist, wird diese Stelle mit Stiften markiert. Die eingezeichneten Felder sind sehr wichtig, damit der Arzt auch bei der nächsten Bestrahlung Orientierungspunkte hat. Daher darf die Markierung nicht abgewaschen werden.

Wenn du am Kopf oder im Gesicht bestrahlt werden sollst, wird keine Markierung angezeichnet. Dann bekommst du eine Gesichtsmaske, die extra für dich angefertigt wird. Hergestellt wird diese Maske mit Hilfe von Gipsbinden.

Patient während einer Gesichtsbestrahlung

Bei einer Gesichtsbestrahlung müssen auch die Zähne geschützt werden, um spätere Nebenwirkungen zu vermeiden. Hierfür gibt es Zahnschützer, wie im Boxring. Erst nach all diesen Vorbereitungen kann die eigentliche Bestrahlung losgehen.

Eine Bestrahlung dauert nur wenige Minuten. Während der Bestrahlung werden hochwirksame Röntgenstrahlen auf das vorher festgelegte Gebiet "geschossen". Dies ist aber nicht schmerzhaft. Einige Minuten lang musst du ganz still liegen, damit auch das richtige Gebiet behandelt wird. Dabei bist du zwar ganz alleine in dem Bestrahlungsraum, aber über Bildschirme können dich deine Eltern und natürlich auch das Pflegepersonal beobachten. Du bist also nicht wirklich allein. Für viele ist die Vorstellung, alleine unter einer großen Maschine zu liegen trotzdem sehr beängstigend. Für dich auch? Dann brauchst du dich nicht zu schämen. Es geht auch vielen Erwachsenen so. Dein Arzt kann dir in so einem Fall ein leichtes Beruhigungsmittel verordnen.

Nebenwirkungen kommen nicht bei jedem Patienten vor. Manche fühlen sich sehr elend, andere merken überhaupt nichts. Mögliche Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind.

- Kopfschmerzen

- Schleimhautentzündungen

- Durchfall

- Übelkeit

- Haarausfall bei Bestrahlung des Kopfes, der aber nur vorübergehend ist

Dies ist nur eine kleine Auswahl an möglichen Nebenwirkungen, denn jeder Patient reagiert anders auf eine Bestrahlung. Nebenwirkungen können aber mit Hilfe von Medikamenten ganz oder teilweise verhindert werden.

Nach einer Strahlentherapie ist die bestrahlte Haut sehr empfindlich. Du musst daher direktes Sonnenlicht, Parfüm und enge Kleidung vermeiden, um die schon gereizte Haut zu schonen.