Chemotherpie

Zellteilung

Die Chemotherapie ist eine Behandlungsform, bei der mit Medikamenten versucht wird, eine Krebserkrankung zu heilen oder zumindest zu lindern.

Wie eine Chemotherapie im menschlichen Körper wirkt?

Der ganze Körper besteht aus Zellen. Zellen sind also kleine Bausteine, die den Körper bilden. Zellen bilden sich am laufenden Band nach. Die Zellen teilen sich. Aus einer Zelle werden zwei, aus zwei werden vier und so weiter. Die Zellen teilen sich also. Bei einer Krebserkrankung teilen sich die Zellen unkontrolliert und viel zu schnell für den menschlichen Körper. Die schnellwachsenden Krebszellen behindern die normalen Zellen bei ihrer Arbeit. Eine Krebserkrankung ist entstanden.

Intrathekale Chemotherapie

Hier greift die Chemotherapie an. Die Medikamente, die auch Zytostatika genannt werden, schädigen alle Zellen, die sich gerade teilen. Deswegen greifen Zytostatika besonders stark die Tumorzellen an. Eine Chemotherapie wird als Intervallbehandlung durchgeführt. Das bedeutet, das auf jede Behandlung eine Behandlungspause erfolgt und daraufhin eine erneute Behandlung. Zytostatika gibt es sowohl als Infusion als auch in Tablettenform.

Das hat zwei sehr wichtige Gründe. Zum einen sollen sich die gesunden Zellen erholen, denn auch sie werden durch die Medikamente angegriffen. Zum anderen teilen sich nicht alle Krebszellen gleichzeitig. So können sich nach nur einer Chemotherapie noch einige Krebszellen "verstecken". Leider können die Medikamente bei einer Chemotherapie nicht zwischen guten, gesunden Zellen und Krebszellen unterscheiden. Deswegen schädigt die Chemotherapie auch andere Zellen, die sich schnell teilen. Das nennt man dann Nebenwirkungen.

Nebenwirkungen sind nicht bei jedem gleich. Einer hat mehr damit zu kämpfen, der andere merkt fast überhaupt nicht. Ob Nebenwirkungen auftreten und welche, hängt von den gegebenen Zytostatika, ihrer Dosis und deiner Verfassung ab.

Hier kannst du dich über einzelne Nebenwirkungen informieren. Es ist möglich, das sich die Nebenwirkungen bei dir auch anders zeigen. Wir wollen nur einen kleinen überblick geben.

Übelkeit und Erbrechen

Entstehung der Übelkeit

Jedem Menschen war schon einmal übel. Und jeder weiß auch wie unangenehm dies ist.

Dennoch ist sowohl übelkeit als auch Erbrechen sehr nützlich für den Körper. So reagiert er nämlich auf Giftstoffe, die schnellstens wieder den Körper verlassen müssen, zum Beispiel Gifte in Lebensmitteln, wenn man verschimmeltes Essen gegessen hat.

Doch warum wird einem gerade bei einer Chemotherapie so übel? Durch die Chemotherapie werden auch viele Zellen in deinem Magen und deinem Darm geschädigt. Das führt dazu, dass ein Hormon, das Serotonin heißt, an das Blut abgegeben wird. Mit Hilfe des Blutes gelangt das Serotonin dann ins Gehirn. Dort sorgt es dafür, dass einem schlecht wird. Medikamente, die das Serotonin neutralisieren nennt man Antiemetika. Das Gewürz Ingwer hat ebenfalls diese Wirkung.

Wenn dir vor, während oder nach einer Chemotherapie übel wird, sag es deinem Arzt oder deinem Pflegepersonal. Sie helfen dir. Es ist auch möglich solche Antiemetika schon vor der Therapie zu verabreichen.

Bei vielen Patienten tritt die Übelkeit nicht so stark auf, wenn sie vorher sehr salzige oder sehr fettige Speisen vermeiden.

Haarausfall

Dies ist für die meisten Patienten – nach der Übelkeit – das schlimmste, was ihnen bei einer Chemotherapie passieren kann. Die Haare können, müssen aber nicht ausfallen. Das hängt von den Medikamenten ab, die man bekommt.

Selbst wenn bei dir die Haare dünner werden oder sogar ganz ausfallen, bist du immer noch hübsch und etwas ganz besonderes.

Die Haare fallen aus, weil auch sie aus sehr teilungsfreudigen Zellen bestehen. Meistens beginnt der Haarausfall nach der zweiten Chemotherapie. Doch schon etwa 4 Wochen nach dem letzten Chemotherapiezyklus werden deine Haare wieder wachsen.

In der Zwischenzeit kannst du natürlich eine Perücke tragen. Besonders unauffällig werden Perücken wenn du sie in Auftrag gibst, bevor deine Haare ausfallen. Dann kann der Perückenmacher noch deine Haarfarbe und Frisur sehen. Oft wirst du auch Kinder mit Mütze, Kopftuch oder Käppi sehen. Entscheide du, wie du aussehen möchtest und was dir am besten gefällt.

Schleimhaut

Mundpflegeset

Auch die Schleimhautzellen teilen sich oft und sind deshalb Angriffspunkt einer Chemotherapie. Schleimhaut findet sich vorwiegend im Mund und in den unteren Darmabschnitten.

Die Schleimhaut ist ein wichtiger Bestandteil des Körpers. Sie schützt zum Beispiel die Mundhöhle vor gefährlichen Pilzen und Bakterien.

Während und nach einer Chemotherapie ist es deshalb sehr wichtig auf Mundhygiene zu achten. Dies muss sehr sorgfältig und regelmäßig geschehen, um Infektionen zu vermeiden. Zur Mundhygiene gehören Zähne putzen, Mundspülungen und regelmäßige Zahnarztbesuche.

Am besten ist es, du putzt dir deine Zähne dreimal täglich mit einer weichen Zahnbürste, die wöchentlich erneuert wird. Für die Mundspülung kannst du normales Mineralwasser verwenden. Wichtig ist auch, das Kauen von zuckerfreien Kaugummi. So wird mehr Speichel produziert, der ebenfalls die Mundhöhle spült.

Um deinen Körper auch von Infektionen durch Pilze zu schützen, ist es nötig mehrmals täglich Tabletten oder Suspensionen einzunehmen, zum Beispiel Ampho-Moronal. Das Pflegeteam deiner Station wird dir zur Anwendung und Dosierung alles genau erklären.

Mundpflege

Jeden Tag, jede Minute wird der Körper angegriffen. Angreifer sind Viren, Bakterien und Pilze. Man nennt sie auch Krankheitserreger, weil sie uns krank machen. Aber unser Körper verfügt über eine gute Abwehr, die man auch Immunsystem nennt.

Das Immunsystem besteht vorwiegend aus Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Sie erkennen krankmachende Erreger und machen sie unschädlich. Während einer Chemotherapie kommt es vor, dass du zu wenig Leukocyten im Blut hast. Die Ärzte nennen das Leukocytopenie. Das bedeutet, dass deine Abwehr oft zu schwach ist um alle Erreger abzutöten. Du bist abwehrgeschwächt und hast ein hohes Infektionsrisiko.

Wenn du dich ansteckst, wird die Krankheit schwerer als bei einem Menschen mit gesundem Immunsystem. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du einige Regeln beachtest, damit du dich nicht mit Infektionskrankheiten ansteckst.

- Vermeide große Menschenmengen, zum Beispiel in Einkaufszentren, Supermärkten oder in öffentlichen Verkehrsmitteln

- Vermeide den Kontakt zu Menschen mit Infektionen, auch wenn sie nur einen Schnupfen haben

- Wenn du Kontakt zu Menschen hattest, die an Windpocken, Gürtelrose oder Masern erkrankt sind, rufe direkt deine Klinik an. Sie werden dann die nötigen Vorsichtsmaßnahmen einleiten.